KI in der Steuerberatung: Datenschutz und Steuergeheimnis

Kein Upload. Kein Server. Die Daten verlassen dein Gerät nicht.

Vorab: Auf dieser Seite wird ein technisches Werkzeug beschrieben, keine Beratungsleistung angeboten. Die berufsrechtliche Bewertung deines konkreten Einsatzes ersetzt sie nicht.

In der Steuerberatung liegen die Daten selten als Fließtext vor, sondern als Tabelle: Buchungsjournale, Saldenlisten, Lohnkonten, Belegexporte. Das ändert die Aufgabe. Es geht weniger darum, einzelne Namen aus einem Schreiben zu entfernen, als darum, einen ganzen Datenbestand zu bereinigen — und dabei seine Auswertbarkeit zu erhalten.

Zwei Pflichten, nicht eine

Die DSGVO schützt personenbezogene Daten. Für Wirtschaftstreuhandberufe kommt eine eigenständige Verschwiegenheitspflicht hinzu, die weiter reicht: Sie erfasst grundsätzlich alles, was in Ausübung des Berufs bekannt geworden ist — auch Betriebsdaten ohne Personenbezug, auch schon die Tatsache, dass ein bestimmtes Mandat besteht.

Ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem KI-Anbieter beantwortet die erste Frage. Die zweite beantwortet er nicht mit. Wer beide erfüllen will, landet bei der vorgelagerten Überlegung: Was muss überhaupt hinausgehen, damit die Aufgabe erledigt werden kann?

Für die typischen Anwendungen — eine Saldenliste plausibilisieren lassen, einen Sachverhalt strukturieren, ein Schreiben formulieren — lautet die Antwort fast immer: die Struktur, nicht die Identität.

Wo in Buchhaltungsdaten der Personenbezug steckt

Die naheliegenden Spalten sind schnell gefunden. Die riskanten sind die anderen:

FeldWas darin steckt
Buchungstext, VerwendungszweckFreitext — enthält regelmäßig Namen, Aktenzahlen, Rechnungsbezüge
Belegname, Dateinameenthält oft den Nachnamen des Geschäftspartners
BankverbindungIBAN bestimmt den Inhaber eindeutig
LohnkontoSozialversicherungsnummer, Personalnummer, Geburtsdatum
StammdatenSteuernummer, UID-Nummer, Firmenbuchnummer, Anschrift

Weil Buchungstext und Verwendungszweck Freitext sind, greift dort dieselbe Erkennung wie in einem Fließtextdokument: Namen und Kennzahlen werden auch mitten im Text gefunden, nicht nur in dafür vorgesehenen Spalten.

Auswertbar bleiben statt löschen

Ein Datenbestand, aus dem man die Namen löscht, ist geschützt und nutzlos: Man kann nicht mehr erkennen, welche Buchungen zusammengehören.

Deshalb wird ersetzt statt gelöscht, und zwar durchgängig — derselbe Geschäftspartner erhält über den gesamten Export hinweg denselben Platzhalter. Summen je Partner, Gruppierungen und Zählungen liefern damit weiterhin richtige Zahlen; nur ist nicht mehr erkennbar, um wen es geht.

Dazu kommt ab dem Plus-Tarif die spaltenweise Entscheidung: Datum, Betrag, Konto und Kostenstelle können unangetastet bleiben, während Name, IBAN und Steuernummer ersetzt werden. Die Einzelheiten dazu stehen auf den Seiten Excel-Tabelle anonymisieren und CSV-Daten anonymisieren.

Ein Punkt, der zur Ehrlichkeit gehört: Gerade weil die Zusammengehörigkeit erhalten bleibt, bleibt der Datensatz strukturiert. Bei kleinen Grundgesamtheiten kann sich daraus ein Rückschluss ergeben, auch ohne Namen. Pseudonymisieren ist nicht anonymisieren.

Österreichische Kennzahlen

Werkzeuge, die für den internationalen Markt gebaut sind, kennen die hier gebräuchlichen Formate meist nicht — sie sehen für sie aus wie beliebige Zeichenfolgen und bleiben stehen. Unterstützt sind unter anderem:

Die Prüfsummenrechnung ist dabei mehr als eine Feinheit: Sie verhindert, dass beliebige Zahlenkolonnen fälschlich ersetzt werden. Eine Belegnummer bleibt eine Belegnummer.

Mit der eigenen KI arbeiten

Die eingebaute KI-Anfrage ist optional. Du kannst die pseudonymisierte Arbeitskopie herunterladen, in deiner eigenen KI bearbeiten lassen — etwa ChatGPT, Claude, Copilot oder die KI deiner Kanzlei — und das Ergebnis im Reiter „Ergebnis & Re-Pseudo“ wieder hochladen oder einfügen. Die KI plausibilisiert dann eine Saldenliste, in der statt der Geschäftspartner nur Platzhalter wie [ORG_001] stehen; diese muss sie unverändert lassen. Zurückübersetzt wird lokal in deinem Browser. Eine Excel-Arbeitsmappe kommt ab dem Plus-Tarif formatgetreu zurück, darunter ohne die ursprüngliche Formatierung; die Antwort zu einem CSV-Export fügst du als Text ein. Für Excel-Dateien muss dieselbe Browser-Sitzung noch offen sein.

Häufige Fragen

Welche Angaben in Buchhaltungsdaten sind personenbezogen?

Mehr als das Namensfeld. Personenbezogen sind auch IBAN, Steuernummer und UID-Nummer, die Sozialversicherungsnummer in Lohndaten sowie Personalnummern. Besonders auskunftsfreudig sind Freitextfelder wie Buchungstext und Verwendungszweck: Dort stehen regelmäßig Namen und Aktenzahlen, die in keiner dafür vorgesehenen Spalte auftauchen.

Bleibt ein bereinigter Buchhaltungsexport auswertbar?

Ja, weil ersetzt und nicht gelöscht wird. Ein wiederkehrender Wert erhält durchgängig denselben Platzhalter, sodass Summen je Geschäftspartner, Gruppierungen und Zählungen weiterhin richtige Ergebnisse liefern. Spalten wie Datum, Betrag oder Konto kannst du ab dem Plus-Tarif zusätzlich ganz von der Ersetzung ausnehmen.

Genügt ein Vertrag mit dem KI-Anbieter für Mandantendaten?

Er regelt die datenschutzrechtliche Seite, nicht die berufsrechtliche. Für Wirtschaftstreuhandberufe gilt eine eigenständige Verschwiegenheitspflicht, die weiter reicht als der Schutz personenbezogener Daten — sie erfasst grundsätzlich alles, was in Ausübung des Berufs bekannt geworden ist. Diese zweite Prüfung nimmt dir ein Vertrag über die Datenverarbeitung nicht ab.

Werden Steuernummer, UID und Firmenbuchnummer erkannt?

Ja, alle drei gehören zu den unterstützten Kategorien, ebenso die ZVR-Zahl von Vereinen. Bei IBAN und Sozialversicherungsnummer wird zusätzlich die Prüfsumme gerechnet, sodass eine beliebige Zahlenkolonne nicht fälschlich als Kennzahl behandelt wird — eine Belegnummer bleibt eine Belegnummer.

Zu den Grenzen: Die Erkennung arbeitet mustergestützt und wird laufend gegen einen gelabelten Testkorpus gemessen. Sie kann ungewöhnlich geschriebene oder erst aus dem Zusammenhang erschließbare Angaben übersehen. Prüfe das Ergebnis vor dem Versand an einen KI-Dienst immer selbst. Die Anwendung unterstützt datenschutzkonforme Abläufe, ersetzt aber keine Rechtsberatung.

Ohne Registrierung ausprobieren — CSV-Export auswählen, Ergebnis sofort sehen. Für Excel-Dateien genügt ein kostenloses Konto.

Zur Anwendung